25 Juli 2006

J. L. L.'s Großes Kompendium Des Auf-Den-Sack-Gehens

Präambel

Man muss sich zu dem folgenden natürlich immer vorstellen, daß das, was ich im Post "Seven Below And Falling..." geschrieben habe, immernoch gilt: Ich schwitze inzwischen wie eine Comicfigur. Dicke Schweissperlen bilden sich in schneller Folge an meinem Haaransatz und rinnen flink hinunter zu meinen Augenbrauen, an meinen Schläfen vorbei oder auch zu meiner Nasenspitze, wo sie kurz hängen bleiben, um dann abzutropfen. Ich denke, wenn ich ein wenig trainierte, könnte ich meine Schweisstropfen zum Wegspritzen bringen, wie bei einer Comicfigur, wenn sie überrascht, erschreckt oder entsetzt ist.


Auf Den Sack

Und der Ohrenarzt legte mir einen Salbestreifen ins linke Ohr, den ich erst morgen Abend wieder entfernen darf. Vorher hatte ich fast eine Stunde im Wartezimmer gesessen, obwohl nur vier Patienten vor mir waren. Um meine Aufenthaltszeit im Behandlungszimmer zu messen, hätte die benutzte Stoppuhr hingegen keinen Minutenzeiger gebraucht: "Schmerzen im Ohr?", (Der Grund, warum ich in den letzten Nächten schlecht geschlafen habe und auch nur schlecht arbeiten konnte.) "Gehörgang entündet! 'N bisschen Salbe, und dann ist das wieder gut."
Salbestreifen klingt harmlos, ist aber eigentlich ein dicker Pfropfen, der jetzt - neben den Schmerzen - noch unangenehm drückt und mich halbseitig taub macht.
Ich wollte nicht ganz taub sein! Die Gedanken werden auch so schon laut genug im Vergleich zu den Umgebungsgeräuschen. Und die werden sehr seltsam verzerrt: Ich kann jedem, der gerne einen psychedelischen Trip ohne LSD-Konsum erfahren möchte, nur raten mit Stopfen im Ohr zu ALDI zu gehen! (Ich bin mir sicher, der Kassierer hat Englisch mit mir gesprochen.)

Mein Tag vor der Ohrbehandlung sah so aus, daß ich frühs, in der Hitze zur Uni radelte, um mich vom lieben Herrn Professor Th. darüber informieren zu lassen, was mein Vortrag am 02. August alles umfassen solle. Zusammengefasst circa: "Bringen Sie alles, aber das nur stichpunktartig und bloß nicht zu viel!"

Nach anschließendem stundenlangen Schwitzen in zwei Bibliotheken und um die Erkenntnis reicher, daß etwas einzuscannen in einer technischen Universität ein Ding der Unmöglichkeit ist, beschloss ich nach Hause zu fahren (in der Hitze), um dort weiterzuarbeiten. BAD IDEA!

Daß meine Wohnung gerade eine nach meinen Achselhöhlen riechende Sauna ist, die musikalisch von den neuen Nachbarn von gegenüber mit einem Best-Of von Tone Loc (Ihr wisst schon: Wild Thang und Funky Cold Madena) beschallt und von den Handwerkern aus der Wohnung unter mir dank Dielenabschleifens und Wändeaufstemmens in steter Vibration gehalten wird, hatte ich aufgrund einer Gehirnverbrennung wohl vergessen.
Und dann versucht mal nach Flexible Liner Pumps bei Google zu suchen! Ich verstehe bis jetzt noch nicht, was das mit Teichbau zu tun hat. Versucht überhaupt mal nach Pumpentypen bei Google zu suchen! Mich macht das wahnsinnig, aber vielleicht liegts ja an mir und meinen Ohrenschmerzen. (Das Problem ist, daß die Schmerzen jedes Mal, wenn ich einen konsternierten Gesichtsausdruck mache, größer werden.)
Fig. 1: Extrem uninteressante selbsansaugende radiale Kreiselpumpe

Zum Abschied

Uuuuh! Ich stelle gerade fest, daß mir warme, dickflüssige Salbe aus dem Ohr läuft! Das werde ich mit einem gepflegten Campari-Orange feiern.

Life's little tragedies vs. life's little pleasures.

2 Kommentare:

animaldelmar hat gesagt…

mir geht auf den sack, dass ich noch nicht nach hause kann. oder dass mein gesicht aussieht wie das einer aussaetzigen. salbe im ohr? das wird schon wieder...

nachnam hat gesagt…

hallo! mir geht es wieder gut. ich schwitze jetzt auch, es ist so warm hier! new york state rockt, ich nicht. bis dann!