21 Januar 2007

Ein fiktiver Tag im Leben von Jochen Langer

Eigentlich müsste Jochen Langer wie jeden Tag zur Univer- sität. Aber was wäre, wenn er statt dessen erstmal einen Friseurtermin hätte? Sagen wir, bei diesem teuren Friseur in der Thalmannstraße, nicht weit von seiner Wohnung. Sagen wir um zehn.

Er würde dort um kurz vor elf wieder heraus kommen, nach einem teuren Haarschnitt und einem netten Gespräch mit Marc, dem Friseur, dessen Heterosexualität eventuell zur Debatte stünde. Jochen würde sich fragen, ob er seine Handynummer tatsächlich nur vorsorglich, falls Probleme mit der Kartenzahlung entstünden, dalassen sollte, oder doch eher, weil die Friseurin mit den großen dunklen Augen... Nein! Doch wohl eher die EC-Karte.

Käme Jochen so vom Friseur, bekäme er auch sogleich eine Absage von seiner Mutter und Schwester, mit denen er zum Kaffee verabredet gewesen wäre. Hieße es jetzt doch: zur Universität? Nein! Jochen riefe seinen guten, wenn auch süddeutschen, Freund Sigmund Bereedt an und käme so doch zu seinem geselligen Milchkaffee im Moleskine um die Ecke, wo es sich gut sitzen und unterhalten ließe. Natürlich über Fußball.

Gegen halb zwei wäre Jochen wieder zuhause. Kein Gedanke mehr an die Universität. Statt dessen könnte er sich hinlegen, Musik hören und leicht wegdämmern, was zu seltsamen Halbschlaf-Ideen führte. Etwa solchen.

Nun riefen die Mutter und die Schwester doch noch an: Sie lüden ihn auf einen Kaffe ein. Wo? Im Moleskine natürlich, wo man zum zweiten Mal heute nette Stunden verbrächte.

So befeuert von Koffein und netten Leuten entschiede sich Jochen vielleicht doch, zu der Party heute Abend zu gehen, und verbrächte die nächsten anderthalb Stunden mit Körperpflege - umsonst, wie sich später herausstellen würde, weil sich sowieso niemand für seine polierten Fingernägel und Babypopohaut (aber nicht am Popo) interessierte.

Aufgrund einer guten Idee und einer spontanen Verabredung säße Jochen nächstens dann vor dem Fernseher mit seinem Jugendfreund Sigmund - dem anderen Sigmund - gesättigt von Pizza und angesäuselt von Prosecco, "Code Red" guckend, eine Komödie von 1984. Es gäbe viel zu lachen.

Jochen und Sigmund brächen dann auch schon auf zur Party. Es wäre inzwischen schon nach zehn. Es verspräche ein guter Abend zu werden.

Aber das wäre eine andere Geschichte.

5 Kommentare:

animaldelmar hat gesagt…

wenn ich gefragt würde, ich fände die idee mit dem tee, der immer anders schmeckte, vorzüglich. doch werde ich nie gefragt. von daher kann ich nur bejahen, dass eine andere geschichte auf alle fälle eine andere geschichte wäre. den haarschnitt, wenn es ihn denn tatsächlich gäbe, wäre allerdings bestimmt fantastisch.

Anonym hat gesagt…

Siggi und Prosecco? Der trinkt doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nur Ruhrpottbier und Kümmerling...
Wie auch immer.

Anonym hat gesagt…

Jochen sieht ganz schön scheiße aus. Setz doch lieber in Zukunft echte Fotos von Dir rauf. Dann kann ich spannen, ohne rot zu werden.

GRRRRRRRRRR... Hui! qxbvdt

animaldelmar hat gesagt…

und was is nu midde fodos von kreuuzbäsch?

SchnautzeJunge hat gesagt…

Geduld, Frollein. Ich bin ein beschäftigter Mann.