- Es liegt direkt gegenüber einem Gelände mit zwei Schulen und einer Kita und
- Es ist ein Nichtrauchercafé (bis auf an der Bar).
Ich schreibe "bisher zwei Gründe", denn kürzlich kam ein dritter hinzu:
Meine Schwester und ich wollten meinen Diplomarbeitstext besprechen, was wir auch taten, allerdings in einem Tonfall, als würden wir eine mittelschwere Familienkrise ausdiskutieren. Zwei besoffene alte Säcke saßen als einzige weitere Gäste im Café und sprachen nicht miteinander - nein! Sie machten etwas, was nur besoffene alte Säcke gut können: Sie polterten.
Sie polterten miteinander. Etwa so: "Jetz' hör mir mal zu!", "Nein! Du hörs' mir jetz' mal zu!" etc.
Um die Situation komplett ins Surreale abdriften zu lassen, enterte später eine ca. 15köpfige Gruppe polnischer Männer im Alter zwischen 20 und 40 den Laden und war darüber hinaus auch noch mit den besoffenen alten Säcken bekannt. (Lautstärkemäßig konnten sie aber nichts beitragen.)
Die junge, hübsche Kellnerin hat den Vorfall scheinbar unbeschadet überstanden, denn ich sah sie heute wieder, als - wie gewohnt - Kinder schreiend um die Tische liefen.

2 Kommentare:
um diese geschichte, die mir mehr als bekannt ist, weil der wohlgeschätzte autor sie schon OFT erzählte, mal ein wenig zu entkräften, möchte ich von meinen erfahrung im spazio, welches man auch vereinszimmer nennen kann, denn das steht vorne am haus als schild über der tür zum café, berichten.
ich war bis jetzt vielleicht vier mal in besagter spelunke. das ist bestimmt weniger als die unzähligen male, die sich der autor dort schon aufhielt. dennoch ist es wohl nicht die masse, die die erfahrung ausmacht, sondern die qualität. und so kann ich behaupten:
a) die kellnerin ist mitnichten schön. sie ist eine in enge hosen gepresste italienerin mit blondig gesträhntem haar, gern auch einmal mit haarspray-fixierter tolle über der stirn. wenn sie sich nicht täglich sehr viel schminke in den farben braun (gesicht), glänzend (lippen), schwarz (lidstrich und wimpern) und weiss (lider) ins antlitz applizierte, wäre sie so gewöhnlich, sie wäre nie in einem blogeintrag aufgetaucht.
b) kinder, und ich sage mal pauschal: liebe, machen diese welt lebenswert. kaffe vielleicht auch und freundschaft und wind und sonne und meer. aber mehr auch nicht. sich über kinder aufzuregen ist in der gleichen sparte anzulegen wie im thailändischen dschungel ne riesenkakerlake an der badwand aus beton zu finden und zu sagen: "ih, ne kakerlake". macht keinen sinn.
ach, und weil ich oben ankündigte, dass ich von meinen erfahrungen sprechen würde, was das sp. angeht: von den vier malen, die ich da war, waren vier mal keine kinder da. seltsam.
c: das spazio ist nicht das schönste café. und der kaffe ist zu stark. also: warum nicht das karma mit einem neuen, kinderfreien etablissement beehren?
zu a) Es gibt im Sp. noch andere Kellnerinnen.
zu b) Ich verlange hier eine deutliche Differenzierung zwischen "lieben Kindern" und "verzogenen Bälgern". Letztere braucht kein Mensch, genau wie Kakerlaken an Wänden, egal wo auf der Welt. Ih!
zu c) Geschmackssache, wurde von mir aber auch nie so pauschal behauptet.
d) Dann bis heute Abend im Spazio!
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