30 April 2007

Dienstleistungssektor

Diese Geschichte erzählt davon, wie ich einst Angestellter bei der Fahrradstation war:

Lasst mich voranschicken, dass ich hiermit jedem empfehle, sein Fahrrad NICHT bei der Fahrradstation (FS) reparieren zu lassen. Die sind da zwar nett, aber hochgradig unfähig, der Service ist Schrott, und dafür sind die Preise zu hoch.

Ich stand also am Tresen des ansonsten personell vollkommen leeren Verkaufsraums der FS. Herein kommt ein junger Mann, Typ Nerd, aber gepflegt, mit einem orangen Polohemd und einem offenen Gesichtsausdruck. Er sagt freundlich: "Hallo...", wobei die Punkte danach seinen erwartungsvollen Ausdruck in Stimme und Mimik ausdrücken sollen.

Ich also: "Hallo ich hatte gestern hier mein Fahrrad abgegeben weisses Mountainbike mit blauer Gabel wo die linke GripShift ausgetauscht werden muss und wollte fragen ob ihr das bis vor fünfzehn Uhr schafft...", wobei die Punkte danach mein hoffnungsvolles Warten auf eine positive Antwort ausdrücken sollen.

Er: "Und das soll ICH machen?!" (Das "Ich" auf dem langezogenen i betont.)
"Wieso nicht? Bist Du hier kein Mitarbeiter?"
"Nein!"
"Warum sagst Du dann 'Hallo' zu mir?"
"Ich dachte, Du seist ein Mitarbeiter."
"Ach so, na dann will ich mal gucken, ob ich Dir helfen kann."
"Ich wollte fragen, ob die hier auch gebrauchte Fahrräder verkaufen."
"Nö, nur am Ende der Saison, wenn sie ihre Leihräder loswerden wollen."
"Ok, na gut, danke!"

Mein Fahrrad wurde übrigens nicht vor fünfzehn Uhr repariert, sondern gar nicht. Man befand es aber nicht für nötig, mich darüber zu informieren, bevor ich abends um sechs das Ding abholen kam, nachdem ich meine ganze Tagesplanung deshalb umgeschmissen hatte.

Kacklahn.

2 Kommentare:

scotspotter hat gesagt…

Na das wär doch mal ne Karrierealternative...!

Anonym hat gesagt…

Ich kann nur wiederholen:

Das Curry36 sucht noch Wurstwender!

DAS wäre was!

Gorbrutzeldon