Was ist eigentlich gegen einen Esel zu sagen, der immer voran geht? Am Vorangehen, also neues erkunden, etwas wagen, ist ja nun wirklich nichts auszusetzen. Diese deutsche Redewendung weist aber eben jene Tätigkeit als negativ aus, indem sie sie mit einem Esel verknüpft, welcher in althergebrachter Vorstellung als dumm gilt. Ist er aber nicht. Esel sollen sogar sehr intelligent sein und haben sehr feine Sinne. Steht auch schon in der Bibel: Numeri 22,21-35.
Ich folgere: Voran gehen ist sogar sehr schlau. Man braucht nur eine Richtung. Und daran hat es bei mir im Leben immer gefahlt. Wie Sus heute so schön sagte, ist meine Passion die Allgemeinbildung. Ich konnte (oder wollte) mich nie spezialisieren, mich nie auf eine Sache so konzentrieren, dass ich sie durchdrungen hätte. Fehlt mir der Fokus? Oder bin ich einfach ein schlechter Fokus-Puller, der nie richtig scharf stellt und dem es reicht, die groben Konturen erkennen zu können?
Ich mache es mir mal einfach und postuliere auf diese Fragen die denkbar einfachste Antwort: Ich habe einfach das Fach noch nicht gefunden, das mich so interessieren würde, dass ich es voll und ganz aufsaugte.
Und damit zurück ins Funkhaus.

1 Kommentar:
Nee, scharf gestellt ist bei Dir schon. Und Fokus-Puller biste auch nicht. Das hat auch so nen doofen Unterton. Fokus-Schniedel. Wenn die Richtung fehlt und die Allgemeinbildung die Richtung ausmacht, bildest Du Dich weit gr0ßflächiger als viele Menschen. Interessanter auch. Ein echter Renaissance-Mann eben. Und damit: zurück ins Funkhaus.
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